Die 36. Solothurner Literaturtage finden vom 30. Mai bis am 1. Juni 2014 statt.

Das detaillierte Programm erscheint am 24. April 2014.


NEU: Lesezirkel/Leseclub an den Solothurner Literaturtagen (30. Mai – 1. Juni 2014)

Lesezirkel gesucht!


Sie treffen sich regelmässig mit Ihrem Lesezirkel zum Austausch über ein gemeinsam gelesenes Buch? Möchten Sie für einmal die Autorin, den Autor an Ihrem Gespräch teilhaben lassen und mit ihr (oder ihm) vor Publikum diskutieren?

Dann melden Sie sich bei uns!

 


Gewinner des OpenNet-Wettbewerbs 2014

Die Gewinner des OpenNet-Wettbewerbes 2014 sind Adrian Hummel mit seinem Beitrag «32» und Julian Wettach mit «Silicon Valley». Mehr...


Urs Widmer ist nach schwerer Krankheit gestorben

Urs Widmer an den Solothurner Literaturtagen 2013.

Der Schweizer Autor Urs Widmer, wiederholt Gast an den Solothurner Literaturtagen, ist laut Diogenes-Verlag am 2. April nach schwerer Krankheit gestorben. 2013 las er aus seiner Autobiographie. Mehr...


Solothurner Literaturpreis 2014 geht an Lukas Bärfuss

Lukas BärfussLukas Bärfuss, wiederholt Gast an den Solothurner Literaturtagen, erhält den Solothurner Literaturpreis 2014. Der mit 15'000 Franken dotierte Preis wird  am 1. Juni im Rahmen der 36. Solothurner Literaturtage verliehen. Bärfuss' Schaffen wird für die «gesellschaftlich-politische Brisanz und literarische Prägnanz» ausgezeichnet. Mehr...


Ulrike Ulrich

Durch den Wind
Durch den Wind sei sie, sagt sie. Durch den Wind sei sie überhaupt nicht mehr hinausgekommen, gar nicht mehr, keinen Schritt vor die Tür. Daheim sei sie und brauche nicht mal hinausschauen, wie der Wind die Wolken vor die Sonne und wieder weg schiebt. Das Licht aus und anknipst. Das sehe sie auch so, ohne hinauszuschauen. Und es sei auch so schlimm genug. Sie fürchtet den Wind. Er weht ihr durch die Gedanken, er wirbelt ihr alle Aufzeichnungen durcheinander und alle Erinnerungen. Wenn sie schon alles gelocht hätte und abgelegt. Abgeordnet. Aber es liegt ja alles lose herum. Wenn so ein Windstoss auf einen Papierstoss trifft, dann ist es zu spät. Durch den Wind sei sie, sagt sie. Durch den Wind sei sie an die Wohnung gebunden. Und er wehe beständig. Wehe, sagt sie. Und dass sie gegen den Wind sei und der Wind gegen sie. Und immer sei diese Stadt voller Wind, jede einzelne Gasse. Ganz egal um welche Ecke sie biege, immer käme er ihr entgegen. Und sie wisse nicht, warum die Stadt so einen Wind mache. Sie aber wolle das hinter sich lassen. Wind und Wetter. Und dann geht sie doch hinaus und wendet sich dem Wetter zu und stellt sich dem Wind.Und da steht sie noch und dreht ihm den Rücken zu. Dem Wind. Soll er doch von hinten kommen, sagt sie. Sie sei gefasst. Sie wird sich jetzt treiben lassen. Sie lässt sich jetzt durch die Gassen schieben, an den Rinnsteinen entlang, über die Kreuzungen

(unveröffentlicht)