Gion Mathias Cavelty

Geboren 1974 in Chur. Studierte in Fribourg italienische und rätoromanische Sprache und Literatur und siedelte dann nach Zürich über, wo er heute als Schriftsteller und Satiriker lebt und als Kolumnist literarische Texte für diverse Medien verfasst. (2015)

nichtleser.com

Werke (Auswahl)

Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete.
lectorbooks, 2017

Nemorino und das Bündel des Narren.
Salis Verlag AG, 2012

Die letztesten Dinge.
Echtzeit Verlag, 2010

Die Andouillette oder Etwas Ähnliches wie die Göttliche Komödie.
Echtzeit Verlag, 2009

Jupiter auf Argos.
2006

Das Verlorene Wort.
1998

Quifezit oder Eine Reise im Geigenkoffer.
Salis Verlag AG, 1997

2018

Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete

lectorbooks, 2017

Der österreichische Skirennfahrer Franz Klammer wird von 1974 aus ins Jahr 33 zurückgeschleudert. Der Zufall will es, dass er direkt über Jerusalem abstürzt und auf Jesus Christus landet. Gion Mathias Caveltys unglaublich absurde Geschichte vermengt philosophische und religiöse Fragen mit absolutem und abstrusestem Unsinn. Ein frisches, freches und urkomisches Buch, bei dem es viel zu lachen gibt.

Aus: Gion Mathias Cavelty. Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete. lectorbooks, 2017

«Ich …, ich bin noch ganz», murmelt Franz Klammer.
Wie ist das möglich?
Antwort: Franz ist genau auf Jesus Christus gelandet, der auf seinem Esel gerade in Jerusalem eingezogen ist. Und wie geht es Jesus?
Nun: Er ist einfach wie eine Seifenblase geplatzt und nichts ist von ihm übrig geblieben. Nur sein Esel liegt noch da, platt wie ein Villacher Patatenfladen. Überall schauen farbige elektrische Drähte aus ihm heraus, die leise zischen und Funken sprühen.


Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete: Gion Mathias Cavelty, Martin Bezzola und Reto Ott, 11.05.2018, SLT
Lesung: Gion Mathias Cavelty und Pablo Haller, 11.05.2018, SLT

Fr, 11.05.18, 17:00

Lesung
Stadttheater, Theatersaal
Moderation: Pablo Haller

Fr, 11.05.18, 18:00

Hörspiel und Gespräch
Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete
Mit: Martin Bezzola
Stadttheater, Studio Arici

Sa, 12.05.18, 16:30

Kurzlesung
Aussenbühne Landhausquai
2006

Jupiter auf Argos

2006

Aus: Gion Mathias Cavelty. Jupiter auf Argos. 2006

18. Szene (Rückblende): Das «Ersatzteillager WAM» (Jörgs Schritte knirschen im Schnee.) Ich marschierte geradeaus durch den Schnee. // Nach einer Weile stiess ich auf eine einsame Skihütte … Jörg (vor sich hinmurmelnd): «Ersatzteillager WAM …» // Was het ächt das z bedüüte? Vorsichtig trat ich ein und schaute mich um … // Dabei traf mich fast der Schlag: // An den Wänden hingen Dutzende von Köpfen … menschlichen Köpfen … // Genauer gesagt war es immer derselbe Kopf, nämlich jener von … Jörg (würgt entsetzt hervor): Das isch jo dr Wa … Dr Wawa … Dr Walter Andreas Müller! Heiliga Herr im Himmel!

Sa, 27.05.06, 14:00

Hörspiel
Neue Hörspiele: Gion M. Cavelty, Daniel Goetsch, Ralf Schlatter, Lisa Stadler
Volkshaus-Saal
Moderation: Roland Erne
1997

Quifezit oder Eine Reise im Geigenkoffer

Salis Verlag AG, 1997

Aus: Gion Mathias Cavelty. Quifezit oder Eine Reise im Geigenkoffer. Salis Verlag AG, 1997

Ich ging meiner Arbeit treulich nach, und alles ging gut, bis ich eines Tages im päpstlichen Garten die Bekanntschaft eines blonden Polarschnabeltiers machte. Es sass auf einer Bank und las in einem Schundroman.
„Schönes Wetter heute“, meinte ich. „Ich habe Sie noch nie hier gesehen. Was arbeiten Sie?“
„Ich bin professioneller Zitherspieler von Beruf“, antwortete das Schnabeltier nicht ohne Stolz in der Stimme.
„Höchst interessant! Ich wollte schon immer mal einen Zitherspieler treffen.“
„Kommen Sie mich mal besuchen. Wir veranstalten eine Quarkauflaufparty, und ich kann Ihnen was vorzithern.“
‘Quarkauflauf’ fuhr es mir durch den Kopf. „Bei Gott! Das ist doch verboten! Sie werden in der Hölle landen, wenn Sie es wagen, Quarkauflauf auch nur zu berühren!“
„Der Papst selbst schlägt sich den Bauch damit voll, wussten Sie das nicht?“
Diese Worte brachten mich ausserordentlich durcheinander.
„Ich liebe Sie“, stotterte ich nach einer Weile.
„Ich liebe Sie auch“, antwortete das Polarschnabeltier.
Dieser Satz liess mir das Herz erbeben, und glückselig sprang ich auf die Beine. Ich rannte auf schnellstem Weg in mein Zimmer, wo ich sofort einschlief.
Nach drei Stunden wurde ich durch ein lautes Gebrüll unsanft geweckt.
„Wo zum Teufel bleibt mein Korkenzieher? Verdammt noch mal, wo steckt der Kerl?“


Fr, 09.05.97, 11:00

Lesung
Landhaus, Säulenhalle
Moderation: Hardy Ruoss