Alice Schmid

Geboren 1951, lebt in Zürich. (2011)

www.aliceschmid.ch

Werke (Auswahl)

Dreizehn ist meine Zahl.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2011

2011

Dreizehn ist meine Zahl

Verlag Nagel & Kimche AG, 2011

Seit über zwanzig Jahren dreht Alice Schmid in der ganzen Welt Dokumentarfilme über Kinder. Aufgetankt hat sie jeweils in einem abgelegenen Haus in der Napf-Gemeinde Romoos. Und schon lange war es ihr Wunsch gewesen, einmal dieser archaischen, sagenumwobenen Landschaft ein filmisches Denkmal zu setzen. Nun ist daraus zuerst ein Roman entstanden: «Dreizehn ist meine Zahl», für den Alice Schmid 2010 den Hauptpreis der Zentralschweizer Literaturförderung gewonnen hat. Es geht um eine schwierige Kindheit in den 50er-Jahren. Alice Schmid erzählt konsequent aus der Perspektive eines 9-jährigen Mädchens und verdichtet dessen klare Sicht auf die Welt zu packender Literatur.

Aus: Alice Schmid. Dreizehn ist meine Zahl. Verlag Nagel & Kimche AG, 2011

Immer diese Gnagi. Auf der gädrigen Schwarte sind noch Haare dran. Sie sind weiss, etwas borstig, wie das Haar auf Vaters Arm. Alle mögen Gnagi. Wie ich das heute wieder schaffe, weiss ich noch nicht. Einfach chätschen und in die Wange schieben, das hat bisher nicht schlecht geklappt. Ich frage Vater: «Wie lange dauert so eine Blutvergiftung wie die von Großvater, bis der Tod einen holt?» Mutter unterbricht mich: «Beim Essen redet man nicht. Siehst du nicht, wie du Vater mit deiner ewigen Fragerei über Grossvaters Tod traurig machst?»

Lesung: Alice Schmid, 03.06.2011, SLT

Fr, 03.06.11, 18:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Luzia Stettler