Kurzlesung

Klaus Merz

Domenica, 11:00
2 giugno 2019

 

firma

Haymon Verlag, 2019

«firma» sind zwei Bücher in einem, Prosa und Gedichte. Darin versammelt sind Skizzen aus dem Alltag einer Firma, aufgeschrieben als Chor, in Wir-Form. Klaus Merz zeichnet eine fünfzigjährige Firmengeschichte auf, zeigt den Betrieb als Weltumwälzmaschine und lässt Beiläufiges gross herauskommen. Es herrscht eine Heiterkeit in den Prosastücken wie auch in den Gedichten, und dennoch ist der Tod stets präsent.

Da: Klaus Merz. firma. Haymon Verlag, 2019

Irina, die kurz nach dem Prager Frühling zu uns gestossen ist, sie trägt ein Medaillon um den Hals. Was denn unter dem Golddeckel stecke, wollen wir immer wieder von ihr wissen. Sie widersetzt sich den Neckereien konsequent, «zieht den Eisernen Vorhang zu», sagt Graber und erschrickt, als Irina ihm ihr Kleinod vor die Nase hält: Es ist ein Bild des jungen Jan Palach, der sich aus Protest gegen den sowjetischen Einmarsch selbst angezündet hat. Vier Jahre zuvor, auf den Tag genau.

Altre opere: Klaus Merz. Helios Transport. Haymon Verlag, 2016 / Klaus Merz. Unerwarteter Verlauf. Gedichte. Haymon Verlag, 2013 / Klaus Merz. Aus dem Staub. Haymon Verlag, 2010 / Klaus Merz. Der Argentinier. Haymon Verlag, 2009 / Klaus Merz. Der gestillte Blick. Sehstücke. Haymon Verlag, 2007

 

Mitten in der Stadt, auf der Aussenbühne am Landhausquai, finden täglich zehnminütige Open-Air Lesungen der eingeladenen Autor*innen statt.

Klaus Merz, geboren 1945 in Aarau. Seine Lyrik- und Prosawerke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Solothurner Literaturpreis. Er lebt als freier Autor in Unterkulm.

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