Brigitte Schär

Geboren 1958. Studium der Germanistik. Ausgebildete Sängerin, Vokalartistin und Performerin. Schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene und bringt in ihren multimedialen Live-Auftritten all ihre künstlerischen Vorlieben unter einen Hut. Lebt in Zürich. (2015)

www.brigitte-schaer.ch

Opere (Selezione)

Dominos Geheimnis.
SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, 2015

Spatz und Schwein - Geschichten einer Freundschaft.
Schulverlag plus AG, 2012

Anker lichten, Segel setzen! Witzige und erstaunliche Geschichten-Lieder.
2011

Adieu-Goodbye-Aufwiedersehen.
Lehrmittelverlag Zürich, 2011

5 winzig kleine Zwerge.
SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, 2011

Dinosaurier im Mond.
S. Fischer Verlag, 2009

Geschichten vom Roll und vom Ruh.
Bajazzo Verlag, 2006

Die Entführung der Welt.
Carl Hanser Verlag, 2000

Auf dem hohen Seil.
1991

2015

Dominos Geheimnis

SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, 2015

Domino und ihr bester Freund Damian erforschen den reich gefüllten Keller einer verlassenen Villa. Als Damian mit seiner Familie ins Ausland zieht, bleiben die beiden per Mail in Verbindung. Da macht Domino in «ihrem» Keller eine unglaubliche Entdeckung.

Familienlesung für Kinder ab 5 Jahren und ihre Erwachsenen
In einer abwechslungsreichen, musikalischen und visuellen Geschichten-Show präsentiert Brigitte Schär ihre neuste Kindergeschichte „Dominos Geheimnis“. Ausserdem erzählt und singt sie von Zwergen, Spatzen und Schweinen.


Da: Brigitte Schär. Dominos Geheimnis. SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, 2015

Ich erschrak ziemlich. Da, im Licht meiner Taschenlampe, hockte ein Biest auf dem Tisch und schaute mich mit grossen, dunklen Augen an. Mit den Armen hatte es die Beine umschlungen. Wir starrten uns an. Dann blinzelte Biest. Und ich blinzelte auch. Jetzt bewegte es sich. So ein Tier war mir in meinem Leben noch nie begegnet. In keinem Buch. Und in keinem Zoo. Auch im Internet nicht. «Was bist du denn?», flüsterte ich, nachdem ich mich von meinem ersten Schreck erholt hatte. «Das Gleiche könnte ich dich fragen», antwortete das Biest mit einer tiefen, knurrigen Stimme.
(Au: Dominos Geheimnis)


Ve, 15.05.15, 14:00

JuKiLi
Altes Spital, grosser Saal
Moderazione: Christine Ryser

Sa, 16.05.15, 11:00

JuKiLi Familienlesung
Stadttheater Theatersaal
Moderazione: Christine Ryser

Sa, 16.05.15, 15:30

Kurzlesung
Aussenbühne Klosterplatz
2012

Anker lichten, Segel setzen! Witzige und erstaunliche Geschichten-Lieder

2011

Brigitte Schärs Kindertexte sind alles andere als kindisch. Vergeblich sucht man bei ihr nach dem Wohlvertrauten, Idyllischen.
Wer Brigitte Schär liest, wird staunen:
Sie ist mal frech, mal versponnen, mal bildstark, mal unpädagogisch kulturkritisch. Aber immer sind Brigitte Schärs Texte poetisch und klug. Dank ihrer zweiten grossen Begabung, der musikalischen, kann sie, wenn sie will, mit der Energie einer Rocklady über die Bühne fegen.
Aber das ist nicht gesagt.
Wer Brigitte Schär sieht, wird staunen.

Da: Brigitte Schär. Anker lichten, Segel setzen! Witzige und erstaunliche Geschichten-Lieder. 2011

Zwei Stühle werden an Land geschwemmt, auf eine Insel. Sie sind hier ganz allein. Da gibt’s sonst nichts. Ausser einer Kokospalme.
«Schön, bist du auch da», sagt der eine Stuhl zum anderen Stuhl. «Wo sind wir da bloss gestrandet. Ohne dich wäre es hier sehr einsam. Nicht auszuhalten.»
Was sollen sie jetzt tun? Sie schauen übers Wasser, was sonst? Sie warten auf ein Schiff, das sie wieder mitnimmt. Was sonst? Sie wollen weg. Es wird ihnen langweilig. Hier ist nichts als Wasser, die kleine Insel und darüber der weite Himmel.
Sie haben sich bald alle Witze erzählt, die sie kennen. Verhungern können sie nicht. Aber die Sonne könnte sie verbrennen.
(Aus: Anker lichten, Segel setzen! Witzige und erstaunliche Geschichten-Lieder)


Ve, 18.05.12, 13:30

JuKiLi
Kulturm

Ve, 18.05.12, 14:30

JuKiLi
Kulturm

Sa, 19.05.12, 17:00

Veranstaltung
Icon Poet
Landhaus Gemeinderatssaal
Moderazione: Michael Guggenheimer
2007

Geschichten vom Roll und vom Ruh

Bajazzo Verlag, 2006

Da: Brigitte Schär. Geschichten vom Roll und vom Ruh. Bajazzo Verlag, 2006

«Lass mich in Ruh», sagt das Roll. «Immer willst du was von mir. Den ganzen Tag. Du fragst und fragst mir Löcher in den Bauch.» «Du fragst mich nie etwas», sagt das Ruh.
«Was soll ich denn fragen?» «Frag mich einfach, ob ich müde bin.» «Bist du müde, Ruh?» «Sehr», sagt das Ruh und schläft sofort ein.

***
Das Roll und das Ruh rudern über einen See. «Ich sehe nicht bis zum Grund», sagt das Ruh. «Ob das Wasser wohl sehr tief ist?» Das Roll springt plötzlich aus dem Boot. Hinein ins Wasser und ist nicht mehr zu sehen. «Roll, bist du toll», schreit das Ruh entsetzt. «Wo bist du?» Das Roll taucht nicht wieder auf. «Roll», schreit das Ruh. «Lass mich nicht allein.» Es springt auch ins Wasser, taucht hinunter und hält die Augen offen. Da entdeckt es das Roll am Grunde des Sees. Das Ruh packt das Roll am Schopf und zieht es mit sich hinauf, bis sie wieder oben sind. «Was ist los?», sagt das Roll. «Lass mich doch.» «Beinahe wärst du ertrunken», sagt das Ruh. «Es war für dich», sagt das Roll. «Du wolltest doch wissen, wie tief das Wasser wirklich ist.»


Ve, 18.05.07, 13:30

JuKiLi
Stadttheater Theatersaal
Moderazione: Heinz Urben
2000

Die Entführung der Welt

Carl Hanser Verlag, 2000

Da: Brigitte Schär. Die Entführung der Welt. Carl Hanser Verlag, 2000

Ich stieg wieder auf den Rücken von Raxas 531 und wir flogen aus der Druckereihöhle raus und weiter durch lange Gänge. (…) Dann kamen wir in der Bibliothekshöhle an. Ich hatte mich ja schon dran gewöhnt, dass ich in der Höhlenwelt das Unglaublichste sah, doch jetzt blieb mir der Mund offen stehen. In der Bibliothekshöhle befand sich eine unvorstellbar grosse Menge Bücher. Dass es überhaupt so viele verschiedene Bücher geben konnte! Regal um Regal war zum Bersten voll und alle reichten bis hinauf zur Decke. So viele Kinder waren schon in der Höhlenwelt gewesen? Wir flogen an den riesigen Regalen mit den Abermillionen Büchern vorbei. „Wenn es schon so viele Bücher gibt, wozu braucht es noch mehr?“, rief ich. „Alles muss in Bewegung bleiben“, krächzte Raxas 531. „Zu alten Geschichten müssen neue kommen, weil das Leben weitergeht. Wenn du in der Höhlenwelt Geschichten erfindest, werden sie auch in dieser Bibliothek zu finden sein. Sobald sie aufgeschrieben und gedruckt sind. Und zwar hier, genau hier, bei den ganz neuen Büchern, würde dein Buch zu stehen kommen.“ Tatsächlich, in diesem Teil der Höhle gab es noch Platz für neue Bücher. Hier gab es sogar völlig leere Regale.
Mein Buch! Das klang gut.


Ve, 02.06.00, 11:00

Performance für alle ab 7 Jahren
Brigitte Schär: Rundherum
Con: Manuela Keller
Altes Spital, grosser Saal

Ve, 02.06.00, 15:00

Lesung
Jurasaal, vis-à-vis Landhaus
Moderazione: Christine Ryser
1991

Auf dem hohen Seil

1991

Da: Brigitte Schär. Auf dem hohen Seil. 1991

Sie sah das Haus zum ersten Mal. Trotzdem wusste sie, was folgen musste. Sie sah sich in das Haus treten, die Treppe hinaufsteigen, eine Wohnung betreten, in ein Zimmer treten. Ein Mann würde auf dem Bett liegen, ohnmächtig. Sie würde ihn küssen, er würde sich nach dem Kuss regen, er würde sie anblicken, sie anlächeln, sie würden sich wieder küssen, sie würde ihm die Hände um den Hals legen und ihn lautlos erwürgen. Sie würde ihm die erstaunten Augen schliessen, ihn noch einmal küssen, das Zimmer verlassen, die Wohnung verlassen, die Treppe hinuntersteigen, das Haus verlassen.
Sie trat ins Haus, sie stieg die Treppe hoch, betrat die Wohnung, betrat das Zimmer, sah den Mann ohnmächtig auf dem Bett liegen, küsste ihn, er schlug die Augen auf, er blickte verwundert, lächelte. Er setzte sich auf.
Ich habe von dir geträumt, sagte er. Mir scheint es, jahrelang.
Sie legte ihm die Hände um den Hals, drückte zu. Sie würgte ihn lange, er sank auf das Bett. Sie liess seinen Hals los. Sie schloss ihm die erstaunten Augen, sie küsste ihn noch einmal, trat aus dem Zimmer, trat aus der Wohnung, stieg die Treppe hinunter, verliess das Haus. Sie blieb vor dem Haus stehen. Ein Mann kam die Strasse entlang. Er ging an ihr vorbei, auf das Haus zu. In der Tür drehte er sich um.


Sa, 11.05.91, 14:00

Lesung
Kreuzsaal
Moderazione: Christine Eggenberg