Schreibwettbewerb

OpenNet 2019

Samedi, 10:00
1 juin 2019

Lieu: Landhaus, Säulenhalle
Modération: Verena Stössinger, Simon Deckert, Susanne Schenzle
 

  • Micha Friemel
  • Jasmine Keller
  • Christian Zeier
 
 
Zum Schreibwettbewerb für Nachwuchsautor*innen «OpenNet» der Solothurner Literaturtage wurden 205 Texte eingereicht. Die Jury hat daraus drei deutschsprachige Texte ausgewählt.
Die Gewinner*innen Micha Friemel, Jasmine Keller, Christian Zeier präsentieren in Lesungen und im Gespräch mit der Jury ihre Gewinner*innentexte.

Moderation: Simon Deckert, Susanne Schenzle, Verena Stössinger


Micha Friemel, geboren 1981 in St. Gallen. Sie studierte Deutsch und Geschichte in Basel und Literarisches Schreiben in Biel. Sie lebt in Santa Maria, Val Müstair.

Kompost
Gianna, die den Kompost mit blossen Händen umgräbt – sie führt der Erzählerin vor Augen, dass der Zerfall mit seinem Gestank und seinen Würmern etwas Natürliches ist und weder Angst noch Ekel verdient. Als Giannas Mutter stirbt, gibt diese Lektion den beiden die Kraft, den Tod auf ähnliche Weise zu begreifen.

Jasmine Keller, geboren 1986. Sie studierte an der Universität Zürich Germanistik und Sozialpädagogik. Sie arbeitet bei der Zürcher Stadtverwaltung und lebt in Oberwinterthur.

gehörnt
Nur mit Hilfe einer seltsamen gehörnten Frau findet ein Kriegsfotograf im dichten Nebel die Tür zum Gotthard-Bunker; und in den Stollen erwartet ihn noch Seltsameres. Jasmine Keller spielt in ihrem phantastischen, politisch-listigen Text überraschend und überzeugend mit Schweizer Mythen und Identitäten.

Christian Zeier, geboren 1986. Er ist freier Reporter und Autor. Für die grösseren Zeitungen und Magazine der Schweiz ist er unter anderem in Somalia, Eritrea, Nigeria oder dem Irak unterwegs. Er lebt in Bern.

Lara
Am Strand liegt ein nasses Bündel, das Juno anbellt. Lara rennt davon und weint, das Bild im Kopf. Es ist Dezember. Laras Eltern auf der Insel in Griechenland schweigen über die Boote, die kommen, und die Menschen, die aus dem Was-ser gefischt werden. Alle aber wissen, dass nichts mehr so sein wird wie früher.