Guy Krneta

Geboren 1964 in Bern. Lebt in Basel. Ist u. a. Mitglied des Spoken Word-Ensembles «Bern ist überall». Arbeitet seit 2002 als freier Autor. Mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Prix Suisseculture für sein politisches Engagement und dem Schweizer Literaturpreis (2015). (2015)

www.matterhorn.li

Werke (Auswahl)

Dann wird es sich zeigen, ob der Faden und die Farbe gut sind an unserem Fahnentuch.
Rotpunkt Verlag, 2015

rosa loui. Hommage an Kurt Marti (Audio-CD).
Der gesunde Menschenversand, 2015

Unger üs.
Der gesunde Menschenversand, 2014

Umkehrti Täler.
Cosmos Verlag, 2011

Mittelland - Morgengeschichten.
Der gesunde Menschenversand, 2009

Buumes.
Der gesunde Menschenversand, 2007

Zmittst im Gjätt uss / Mitten im Nirgendwo.
Aufbau Verlag, 2003

Furnier-Geschichten.
1996

2015

Unger üs

Der gesunde Menschenversand, 2014

Erinnertes, Fabuliertes und Anekdoten werden hier zu einer Familiengeschichte verwoben. Trotz den lakonisch kurzen Episoden entsteht ein generationenübergreifender Kosmos. Dieser reicht vom jungen Dienstverweigerer im Gefängnis, der sich in eine Peruanerin verliebt, bis zum Grossvater, der im Alter nach seinem Chalet in Grindelwald sucht. Ein pointierter und politischer Text.

Aus: Guy Krneta. Unger üs. Der gesunde Menschenversand, 2014

Aus vrschwindet, het dr Grosvatter gseit. Brüue, Schlüssle, Outo. Guet, bi viune Sache vrschtuunt’s eim nid, dass si vrschwinde, wüu si eim sowiso nid ghöre. Oder numen uf Zyt. Win es Wort, wo me mau nöime ghört het u eim fäut, denn we me’s wett bruuche. Itz, wo öpis fäut, faut eim uuf, dass es vorhande gsi isch. Viu Sache sy vorhande, ohni dass me se bruucht. Me het se, wüu me meint, sen eines Tages z bruuche. U itz, wo me se würd bruuche, fähle si eim. U grad wüu si eim fähle, meint men uf ds Mau se müesse z bruuche. U fat aafa sueche.

JuKiLi: Jubaira, 15.05.2015, SLT
Lesung: Guy Krneta, 15.05.2015, SLT

Do, 14.05.15, 16:00

Lesung
Lesung PreisträgerInnen Schweizer Literaturpreise 2015
Stadttheater, Theatersaal
de/fr/it

Fr, 15.05.15, 10:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Alejandro Hagen

Fr, 15.05.15, 11:30

SRF Live Sendung
Kulturstammtisch
Cantina del Vino

Fr, 15.05.15, 14:00

JuKiLi, Lesung mit Text, Rap und Musik
Jubaira
Stadttheater, Theatersaal
ab 11 Jahren

So, 17.05.15, 10:30

SRF-Radio-Matinée
Ohrstellen, bitte!
Landhaus, Säulenhalle

So, 17.05.15, 12:00

Literatur im Dunkeln
Palais Besenval, Saal Weissenstein
Moderation: Yvonn Scherrer

So, 17.05.15, 14:30

Kurzlesung
Aussenbühne Klosterplatz
2009
 

So, 24.05.09, 09:30

Lesung und Gespräch
NETZ-Lesung und Diskussion
Kreuzsaal
Moderation: Perikles Monioudis

So, 24.05.09, 22:15

Veranstaltung
Bern ist überall PARTOUT
Kreuzsaal
de/fr
2003

Zmittst im Gjätt uss / Mitten im Nirgendwo

Aufbau Verlag, 2003

Aus: Guy Krneta. Zmittst im Gjätt uss / Mitten im Nirgendwo. Aufbau Verlag, 2003

U är syg dert gschtange, het mr dä Reiseleiter beschtäätiget, zäme mit em Marcel u deren eutere Frou. Wo vomnen eutere Maa vrzeut heig, emne früechere Polizischt. Dä syg zwangspensioniert worde. Itz klapperi dä sämtlechi Parkuhren ab, de früechere Kollege füfzg Meter voruus, u schiess Gäut nache. Dä vrbruuch vrmuetlech syni ganzi Pension uf die Art und Wyys. Em Schtaat aber entgöngi hunderti vo Franken a Park-buesse.

Und er habe da gestanden, hat mir der Reiseleiter bestätigt, zusammen mit dem Marcel und der älteren Frau. Die von einem älteren Mann erzählt habe, einem früheren Polizisten. Der sei zwangspensioniert worden. Jetzt klappere der sämtliche Parkuhren ab, den früheren Kollegen fünfzig Meter voraus, und stecke Geld nach. Der verbrauche vermutlich seine ganze Pension auf die Art und Weise. Dem Staat aber entgingen Hunderte von Franken an Parkbusse.


Do, 29.05.03, 20:30

Veranstaltung
Von St. Petersburg bis Oberdorf
Landhaus, Landhaussaal

Fr, 30.05.03, 12:40

Kurzlesung
St. Ursen-Treppe

Sa, 31.05.03, 10:10

Kurzlesung
St. Ursen-Treppe

So, 01.06.03, 14:30

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Martin Wyss
1998

Furnier-Geschichten

1996

Aus: Guy Krneta. Furnier-Geschichten. 1996

Grännachte
Das han i no nie öpperem vrzeut. U vilech geit’s o gar niemer öppis aa. Mit mynen Eutere han i nie drüber gredt. Wahr-schynlech wette si nid drüber rede. Aber i ha’s o nie probiert. Wüu i bi denn non es Ching gsi. Bischofs sy cho zum Znacht. U non es angers Päärli, won i nid kennt ha. Nach em Ässe han i i ds Bett müesse. Aber nid chönnen yyschlafe. Auso bin i ufgschtan-ge. I ds Wohnzimmer übere zu den Erwachsene. Won i aber im Gang bi, ghören i öppis schluchze. Wimmeren u süüfzge. Won i d Türen ufmache zum Wohnzimmer, gseh se dert sitze, di sächs Erwachsene. Sitze zämen em Tisch ufgschtützt u gränne. Gränne z sächst ufgschtützt em Tisch. Mi het niemer gseh. Auso bin i zrügg i ds Bett. Em nächschte Tag han i niemerem öppis gseit. Aber paar Wuche schpeeter het sech das Ganze widerhout. Sy wider Bischofs cho u no das angere Päärli. Nach em Ässe, won i scho im Bett bi, ghör i se wider im Wohnzimmer äne gränne. Wider bin i gah luege, aber gseh het mi niemer. U so isch das no öppe drüviermau gange. Geng nachem Ässe hei si zäme grännet. När sy Bischofs nümme cho. U o das angere Päärli han i nümme gseh. U myni Eutere hei nie meh grännet.


Fr, 22.05.98, 15:00

Lesung
Landhaus, Säulenhalle
Moderation: Reto Sorg