Charles Lewinsky

Charles Lewinsky, geboren 1946 in Zürich, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik. Arbeitete als Dramaturg, Regisseur und Fernsehredakteur. Er lebt als freier Autor in Vereux (FR), Ingolstadt (DE) und Zürich. (2016)

www.lewinsky.ch

Werke (Auswahl)

Andersen.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2016

Kastelau.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2014

Schweizen.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2013

Gerron.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2011

Zehnundeine Nacht.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2008

Einmal Erde und zurück: Der Besuch des alten Kinder.
dtv, 2007

Melnitz.
Verlag Nagel & Kimche AG, 2006

2016

Andersen

Verlag Nagel & Kimche AG, 2016

Ein Wiedergeburts- und Hochstapler-Plot: «Andersen» ist die neue Identität eines skrupellosen Folterers, mit der dieser nach 1945 unerkannt weiterlebt. Zu Beginn des Romans, 2003, ist Andersen allerdings seit Jahrzehnten tot und wird im kleinen Jonas wiedergeboren: ein kalt berechnender Mann im Körper des Kindes. Lewinsky führt in seinem Roman in das Abgrundtiefe, das Bösartige.

Aus: Charles Lewinsky. Andersen. Verlag Nagel & Kimche AG, 2016

Dunkel.
Nicht das kalte, fugenlose Dunkel einer Zelle. Eine warme Dunkelheit.
Ich weiss nicht, wo ich bin.
Ich kann mich nicht bewegen. Obwohl ich keine Fesseln spüre. Keine Binde vor den Augen. Gar nichts spüre ich. Blind und taub. Nur einen leichten Druck auf der Haut kann ich ausmachen, nicht einmal unangenehm. Eine Ahnung von Wellen.


Autoren im Dialog mit Sacha Batthyany und Charles Lewinsky, Reina Gehrig, 06.05.2016, SLT
Lesung: Charles Lewinsky und Valeria Heintges, 08.05.2016, SLT

Fr, 06.05.16, 17:00

Im Dialog
Landhaus, Landhaussaal

Sa, 07.05.16, 14:00

Literatur im Dunkeln
Palais Besenval, Saal Weissenstein
Moderation: Yvonn Scherrer

So, 08.05.16, 11:00

SRF Live Sendung
52 Beste Bücher
Cantina del Vino

So, 08.05.16, 14:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Valeria Heintges
2012

Gerron

Verlag Nagel & Kimche AG, 2011

Der Romanheld Kurt Gerron war in Deutschland ein gefeierter Entertainer, bis er von den Nazis nach Theresienstadt deportiert wurde. Dort zwang man ihn, einen Propagandafilm über das Ghetto zu drehen. Die Welt sollte glauben, die Juden seien hier bestens aufgehoben. Anders als in seiner opulenten Familiensaga «Melnitz», in der vieles frei erfunden war, bleibt Charles Lewinsky in «Gerron» nahe an den Fakten. Er erzählt die berührende Lebensgeschichte aus der Ich-Perspektive und lässt sein Publikum unmittelbar teilnehmen am Dilemma eines Mannes, der seine Seele verkaufen muss.

Aus: Charles Lewinsky. Gerron. Verlag Nagel & Kimche AG, 2011

Er war nett zu mir, und das macht mir Angst. Er hat mich nicht angeschrieen, was normal gewesen wäre, sondern war höflich. Ein Tonfall, als ob er mich siezen würde.
Er hat mich nicht gesiezt, das wäre ihm nicht in den Sinn gekommen, aber er hat meinen Namen gewusst. «Du, Gerron», hat er zu mir gesagt und nicht «Du, Jud».
Es ist gefährlich, wenn ein Mann wie Rahm deinen Namen kennt.
«Du, Gerron», hat er gesagt, «ich habe einen Auftrag für dich. Du wirst einen Film für mich drehen.»
Einen Film.


Lesung: Charles Lewinsky, 18.05.2012, SLT
Wie küsst die Muse heute? Rolf Lappert, Charles Lewinsky, 20.05.2012, SLT

Fr, 18.05.12, 18:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Luzia Stettler

So, 20.05.12, 12:00

Veranstaltung
Wie küsst die Muse heute?
Landhaus, Gemeinderatssaal
2007

Einmal Erde und zurück: Der Besuch des alten Kinder

dtv, 2007

Aus: Charles Lewinsky. Einmal Erde und zurück: Der Besuch des alten Kinder. dtv, 2007

«Was soll das für ein Planet sein?» fragte ich. «Warum habe ich noch nie von dem gehört? Und was willst du von mir?» «Das finde ich gut», sagte das alte Kind. «Was?» «Dass du so viele Fragen stellst. Das ist ein Zeichen von Intelligenz. Klackmampfen zum Beispiel, die fragen nie etwas.» «Klackmampfen? Was soll jetzt das schon wieder sein?» «Ein Gemüse. Rosarote Kugeln. Sie schmecken gut, aber sie sind ein bisschen dumm.» «Moment», sagte ich. «Ganz langsam! Klackmampfen sind ein rosarotes Gemüse, das keine Fragen stellt?» Das Kind nickte. «Das ist totaler Unsinn! Warum sollte ein Gemüse überhaupt Fragen stellen?» «Zum Beispiel um zu erfahren, wann es gegessen wird. So was weiss man doch gern.» «Hör auf mit dem Quatsch! Ich will jetzt endlich eine Antwort auf meine Frage.» «Auf welche? Du hast mehrere gestellt.» «Auf alle!» «Gleichzeitig?» «Eine nach der anderen natürlich.» «Augenblick», sagte das Kind. «Ich hör mal schnell nach, was du zuerst gefragt hast.» Es machte eine Handbewegung, die war so schnell, dass es aussah, als ob seine Finger Klavier spielten. Und zwar auf einem Klavier mit ganz vielen zusätzlichen Tasten. Und dann hörte ich eine Stimme sagen: «Was soll das für ein Planet sein? Warum habe ich noch nie von dem gehört? Und was willst du von mir?» Es war meine Stimme. Als käme sie von einem Tonband.

Fr, 18.05.07, 10:00

JuKiLi
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Wolfgang Bortlik

So, 20.05.07, 10:30

Lesung und Konzert
Liedermatinée
Mit: Roger Monnerat, Jacob Stickelberger, Tim + Struppi
Landhaus, Landhaussaal
2007

Einmal Erde und zurück: Der Besuch des alten Kinder

dtv, 2007

Aus: Charles Lewinsky. Einmal Erde und zurück: Der Besuch des alten Kinder. dtv, 2007

«Was soll das für ein Planet sein?» fragte ich. «Warum habe ich noch nie von dem gehört? Und was willst du von mir?» «Das finde ich gut», sagte das alte Kind. «Was?» «Dass du so viele Fragen stellst. Das ist ein Zeichen von Intelligenz. Klackmampfen zum Beispiel, die fragen nie etwas.» «Klackmampfen? Was soll jetzt das schon wieder sein?» «Ein Gemüse. Rosarote Kugeln. Sie schmecken gut, aber sie sind ein bisschen dumm.» «Moment», sagte ich. «Ganz langsam! Klackmampfen sind ein rosarotes Gemüse, das keine Fragen stellt?» Das Kind nickte. «Das ist totaler Unsinn! Warum sollte ein Gemüse überhaupt Fragen stellen?» «Zum Beispiel um zu erfahren, wann es gegessen wird. So was weiss man doch gern.» «Hör auf mit dem Quatsch! Ich will jetzt endlich eine Antwort auf meine Frage.» «Auf welche? Du hast mehrere gestellt.» «Auf alle!» «Gleichzeitig?» «Eine nach der anderen natürlich.» «Augenblick», sagte das Kind. «Ich hör mal schnell nach, was du zuerst gefragt hast.» Es machte eine Handbewegung, die war so schnell, dass es aussah, als ob seine Finger Klavier spielten. Und zwar auf einem Klavier mit ganz vielen zusätzlichen Tasten. Und dann hörte ich eine Stimme sagen: «Was soll das für ein Planet sein? Warum habe ich noch nie von dem gehört? Und was willst du von mir?» Es war meine Stimme. Als käme sie von einem Tonband.

Fr, 18.05.07, 10:00

JuKiLi
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Wolfgang Bortlik

So, 20.05.07, 10:30

Lesung und Konzert
Liedermatinée
Mit: Roger Monnerat, Jacob Stickelberger, Tim + Struppi
Landhaus, Landhaussaal