Kurzlesung

Ruth Schweikert

Sonntag, 13:30
2. Juni 2019

 

Tage wie Hunde

S. Fischer Verlag, 2019

Ruth Schweikert ringt sich jedes Wort von ihrem an Brustkrebs erkrankten Körper ab. Radikal und präzise erzählt sie von Begegnungen mit Ärzt*innen, ihren Ängsten, von Einsamkeit und Scham und tritt dabei als genaue Beobachterin ihrer selbst in Erscheinung. «Tage wie Hunde» erzählt über das Schreiben und Lesen, über die Kraft von Freundschaft und der Literatur.

Aus: Ruth Schweikert. Tage wie Hunde. S. Fischer Verlag, 2019

Ein Sommerabend in Paris; noch ist es beinahe hell, die Straßen voller Menschen; Gelächter und Geflüster in tausendundeiner Sprache: Ich möchte ein Buch zur Welt bringen wie ein Kind; neun Monate lang wächst es in meinem Körper heran und wird von einer Plazenta mit allem Notwendigen versorgt; was für ein Geschenk, welch ein Glück, nicht zu wissen, wie es aussieht; ob es weiblich ist oder männlich, ein Zwischenwesen, ein Doppelgesicht; janusköpfig, so stelle ich es mir vor; so ausgebildet, so fertig, von drüben erzählend

Weitere Werke: Ruth Schweikert. Wie wir älter werden. S. Fischer Verlag, 2015 / Ruth Schweikert. Ohio. Ammann Verlag, 2005 / Ruth Schweikert. Augen zu. Ammann Verlag, 1998 / Ruth Schweikert. Welcome home. Theaterstück. 1998 / Ruth Schweikert. Erdnüsse, Totschlagen. Rotpunkt Verlag, 1994

 

Mitten in der Stadt, auf der Aussenbühne am Landhausquai, finden täglich zehnminütige Open-Air Lesungen der eingeladenen Autor*innen statt.

Ruth Schweikert, geboren 1965 in Lörrach. Sie schreibt Theaterstücke und Prosa und hat für ihr Werk zahlreiche Preise erhalten, unter anderem 2016 den Solothurner Literaturpreis. Sie lebt in Zürich.

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