Editorial

Die Solothurner Literaturtage werden dieses Jahr 40 Jahre alt. Wir freuen uns darauf und laden Sie, liebes Publikum, herzlich ein, mit uns und den Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern drei Tage und drei Nächte lang lustvoll ein Fest im Zeichen der Literatur zu feiern.

Ein Jubiläum ist stets auch ein Aufbruch – in die Zukunft. Dem tragen wir Rechnung, indem neue literarische Stimmen in unserem Jubiläumsprogramm eine zentrale Rolle spielen. Gleich zwölf Autorinnen und Autoren aus allen Sprach­regionen der Schweiz präsentieren ihre hervorragenden Erstlingswerke. Aus feierlichem Anlass wagen wir dieses Jahr auch etwas Neues. Am Freitag- und Samstagabend laden wir Sie zum literarischen Flanieren ein. Sie können den Autorinnen und Autoren in Restaurants, Bars und auf der Strasse begegnen, wo gelesen, gedichtet, gesungen und vorgetragen wird. Spät am Samstagabend tauschen die Autorinnen und Autoren schliesslich ihre Stifte und Tastaturen gegen Schallplatten ein für die Jubiläums-Disco.

Die Solothurner Literaturtage bleiben mit der Schweizer Werkschau und mit illustren Gästen aus aller Welt weiterhin ein Forum für das gegenwärtige Literaturschaffen. Es erwarten Sie Begegnungen mit über siebzig Schreibenden aus den Genres Belletristik, Lyrik, Spoken Word, Kinder- und Jugendliteratur sowie Über­setzung. Internationale Grössen wie der irische Man-Booker-Preisträger John Banville, die gefeierte niederländische Autorin Margriet de Moor sowie der politische israelische Autor Assaf Gavron werden ihre neusten Bücher präsentieren. Zu ihnen gesellt sich eine Vielzahl bekannter Schweizer Autorinnen und Autoren wie Peter Stamm, Melinda Nadj Abonji, Anna Felder, oder Pedro Lenz.
Ganz besonders freuen wir uns, dass im Jubiläumsjahr das Gründungsmitglied der Solothurner Literatur­tage Franz Hohler lesen wird, und dass wir mit dem Schriftsteller Hansjörg Schneider seinen 80. Geburtstag feiern dürfen – unsere herzliche Gratulation!

Die Solothurner Literaturtage feiern seit 40 Jahren die Kraft des Erzählens. Erzählen heisst: die Menschen zur Sprache bringen, Gefühle zu Wort kommen lassen und im Rhythmus der Sätze endlose Momente vorbeiziehen zu lassen. Aber auch: von der Zeit, von Zeiten erzählen. Die Generationen begegnen sich darin und so setzen sich zum Jubiläum junge Stimmen mit Autorinnen und Autoren der ersten Stunde der Solothurner Literaturtage in Gesprächen mit der Bedeutung und der Kraft des Erzählens auseinander.

Im Fokus der Diskussionen steht die Auseinandersetzung mit dem Eigenen und dem Fremden. Welche Fragen bringt die Literatur in die aktuellen gesell­schaftlichen und politischen Debatten ein? Welche Rolle kann sie in Krisenregionen wie beispielsweise in Bosnien-Herzegowina oder in Israel spielen?

Ein grosser Dank gilt all unseren Partnern und all den Menschen vor und hinter den Kulissen, die seit 40 Jahren die Solothurner Literaturtage mit Leidenschaft, Einsatz und vielen Arbeitsstunden zu dem gemacht haben, was sie heute sind: ein Fest der Literatur. In diesen Dank möchten wir ganz besonders auch Sie, liebes neugieriges Publikum, mit einschliessen.



Die Solothurner Literaturtage