Gewinner*innen 2019

Wir gratulieren Micha Friemel, Jasmine Keller und Christian Zeier! Sie sind die Gewinner*innen des diesjährigen OpenNet-Schreibwettbewerbs.

Seit 2001 wird jährlich der OpenNet-Schreibwettbewerb für Nachwuchsautorinnen und -autoren ausgeschrieben. Als Preis erhalten die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren eine Einladung an die Solothurner Literaturtage, wo sie ihren Text vor dem Publikum präsentieren. Zudem erhält jeder und jede AutorIn eines ausgezeichneten Textes ein professionelles Lektorat.

Die Jury 2019: Daniele Cuffaro (it), Simon Deckert (de), Nathalie Garbely (fr), Susanne Schenzle (de), Verena Stössinger (de), Bettina Vital (rm)

Micha Friemel

Micha Friemel, geboren 1981 in St. Gallen. Studierte Deutsch und Geschichte in Basel und Literarisches Schreiben in Biel. Sie lebt in Santa Maria Val Müstair.

Kompost

Gianna, die den Kompost mit blossen Händen umgräbt – sie führt der Erzählerin vor Augen, dass der Zerfall mit seinem Gestank und seinen Würmern etwas Natürliches ist und weder Angst noch Ekel verdient. Als Giannas Mutter stirbt, gibt diese Lektion den beiden die Kraft, den Tod auf ähnliche Weise zu begreifen.

Jasmine Keller

Jasmine Keller, geboren 1986. Studierte an der Universität Zürich Germanistik und Sozialpädagogik. Sie arbeitet bei der Zürcher Stadtverwaltung und lebt in Oberwinterthur.

gehörnt

Nur mit Hilfe einer seltsamen gehörnten Frau findet ein Kriegsfotograf im dichten Nebel die Tür zum Gotthard-Bunker; und in den Stollen erwartet ihn noch Seltsameres.
Jasmine Keller spielt in ihrem phantastischen, politisch-listigen Text überraschend und überzeugend mit Schweizer Mythen und Identitäten.

Christian Zeier

Christian Zeier, geboren 1986. Er ist freier Reporter und Autor. Für die grösseren Zeitungen und Magazine der Schweiz ist er unter anderem in Somalia, Eritrea, Nigeria oder dem Irak unterwegs. Er lebt in Bern.

Lara

Am Strand liegt ein nasses Bündel, das Juno anbellt. Lara rennt davon und weint, das Bild im Kopf. Es ist Dezember. Laras Eltern auf der Insel in Griechenland schweigen über die Boote, die kommen und die Menschen, die aus dem Wasser gefischt werden. Alle aber wissen, dass nichts mehr so sein wird wie früher.