Michail Schischkin

Geboren 1961 in Moskau. Studium der Germanistik und Anglistik. Arbeit als Journalist, Lehrer und Übersetzer. Lebt seit 1995 in der Schweiz. Sein neuester Roman erscheint weltweit in fünfundzwanzig Ländern. (2013)

Werke (Auswahl)

Venushaar.
DVA, 2011

Pis'movnik.
2010

Die russische Schweiz. Ein literarisch-historischer Reiseführer.
Limmat Verlag, 2003

Montreux — Missolunghi — Astapowo. Auf den Spuren von Byron und Tolstoj: Eine literarische Wanderung vom Genfersee ins Berner Oberland.
Limmat Verlag, 2002

Übersetzungen (Auswahl)

Michail Schischkin. Briefsteller.
DVA, 2012

Die russische Schweiz: Ein literarisch-historischer Reiseführer .
Limmat Verlag, 2003

2013

Briefsteller

DVA, 2012

Zwei Liebende schreiben einander Briefe, über eine grosse Entfernung hinweg. Er kämpft im Boxer-Aufstand in China, sie lebt in Moskau. Doch in der genauen Beschreibung ihres Alltags sind sie einander gegenwärtig – und auch für uns lebendige Zeitgenossen.

Aus: Michail Schischkin. Briefsteller. DVA, 2012

Wie ich die Zeitung aufschlage, steht da etwas über dich und mich.

Aus: Michail Schischkin. Pis'movnik. 2010

Alles ist mit allem in der Welt verreimt. Die Reime halten die Welt zusammen wie Nägel, bis an die Köpfe sind sie hineingetrieben, damit ja nichts auseinander fällt.
Und was das Erstaunliche ist: Diese Reime waren immer schon da - von Anfang an - man kann sie sich gar nicht ausdenken. So wie man sich, sagen wir, eine gewöhnliche Mücke nicht ausdenken kann oder diese Wolke da, aus der Klasse der Langstreckenflieger. Sich die simpelsten Dinge auszudenken, übersteigt alle Fantasie, verstehst du?
(Aus: Briefsteller)

Lesung: Michael Schischkin, 11.05.2013, SLT
Autoren im Dialog: Die ersten Sätze, 10.05.2013, SLT

Fr, 10.05.13, 10:00

Im Dialog
Die ersten Sätze / Les premières phrases
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Simone Fässler

Sa, 11.05.13, 13:00

Lesung und Gespräch
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Rudolf Bussmann
2011

Venushaar

DVA, 2011

«Warum haben Sie Asyl beantragt?» Diese Frage muss der Erzähler ständig auf Russisch stellen. Er arbeitet als Dolmetscher für die Schweizer Einwanderungsbehörde. Tag für Tag übersetzt er die Leidensgeschichten seiner Landsleute. In den Pausen liest er, denkt an seine geschiedene Frau und schreibt Briefe an seinen Sohn. Fremde und eigene Erlebnisse, Zeiten und Länder vermischen sich in dem vielstimmigen, brillant komponierten Roman. «Venushaar» zeigt die Menschen von ihrer schlimmsten und schönsten Seite – klarsichtig und zutiefst berührend.

Aus: Michail Schischkin. Venushaar. DVA, 2011

Ich stelle mich auf wie die Zarentochter Sofia, lasse das gelöste Haar auf die Schultern fallen, verschränke die Arme vor der Brust. Sie ist eingesperrt – genau wie ich im Kinderzimmer. Nur der erhängte Strelitze vor dem Fenster macht mir Bange. Ich frage Sascha nach den Strelitzen. Er erzählt mir alles haarklein von dem Aufstand. «Kapiert?» – «Jaja.»
Es war erstaunlich, was ich damals alles kapiert zu haben glaubte. Jetzt hingegen, als alte Frau, die ihr Leben hinter sich hat, kapiere ich gar nichts mehr. Sieht so aus, als wäre das Leben ein Weg vom Verstehen zum Nichtverstehen.


Lesung: Michail Schischkin, 04.06.2011, SLT

Sa, 04.06.11, 15:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Ruth Gantert
2010

Aus: Briefsteller

2010

Bei uns ist der russische Autor Mikhail Shishkin durch seine literaturhistorischen Erkundungen «Die russische Schweiz» und «Montreux Missolunghi Astapowo» bekannt. In Russland jedoch ist Shishkin ein preisgekrönter Romancier.
Endlich wird sein Prosaschaffen nun einem deutsch-sprachigen Publikum präsentiert. Mit seinem Übersetzer Andreas Tretner gibt Mikhail Shishkin Einblick in seinen neusten poetisch-verspielten Roman «Pis'movnik» (2010, Briefsteller).

Aus: Michail Schischkin. Pis'movnik. 2010

Alles ist mit allem in der Welt verreimt. Die Reime halten die Welt zusammen wie Nägel, bis an die Köpfe sind sie hineingetrieben, damit ja nichts auseinander fällt.
Und was das Erstaunliche ist: Diese Reime waren immer schon da - von Anfang an - man kann sie sich gar nicht ausdenken. So wie man sich, sagen wir, eine gewöhnliche Mücke nicht ausdenken kann oder diese Wolke da, aus der Klasse der Langstreckenflieger. Sich die simpelsten Dinge auszudenken, übersteigt alle Fantasie, verstehst du?


Fr, 14.05.10, 11:00

Lesung
Landhaus, Säulenhalle
Moderation: Ruth Gantert