Bruno Steiger

Geboren 1946, Ausbildung zum Technischen Zeichner, seit 1986 freier Schriftsteller, lebt als Autor und Kritiker in Zürich. Romane, Erzählungen, Essays, Gedichte. (2013)

Werke (Auswahl)

Der Trick mit dem Sprung aus dem Stuhl.
Engeler Verlag, 2012

Das Fenster in der Luft.
Engeler Verlag, 2008

Der vierte Spiegel.
Residenz Verlag, 1998

Melodie und Irrtum.
1988

Gurdjeffs Argument.
1985

2013

Der Trick mit dem Sprung aus dem Stuhl

Engeler Verlag, 2012

Man ist nie sicher, worauf man sich bei Bruno Steigers Texten einlässt. Erzähltes steht neben Dokumentiertem, Flunkerei neben Reflexion. Das war schon immer so, und das setzt sich mit «Der Trick mit dem Sprung aus dem Stuhl» glücklicherweise fort.

Aus: Bruno Steiger. Der Trick mit dem Sprung aus dem Stuhl. Engeler Verlag, 2012

Es ist (schreit Kraittmayer im Wettach-Zimmer) viel geschrieben worden...

Lesung: Bruno Steiger, 12.05.2013, SLT

So, 12.05.13, 10:00

Lesung und Gespräch
Landhaus, Säulenhalle
Moderation: Rudolf Bussmann
2009

Das Fenster in der Luft

Engeler Verlag, 2008

Seit Anfang der 1980er Jahre geht Bruno Steiger seinen eigenen literarischen Weg. Unbeirrt von den Zwängen des Buchmarktes und von literarischen Moden bleibt er einer literarischen Moderne treu, die Erzählkonventionen nur aufgreift, damit sie als solche kenntlich werden. Was beim Lesen bleibt, sind nicht erzählbare Geschichten, sondern Leseerfahrungen im starken Sinn: Steiger lässt uns erfahren, wie wir beim Lesen Wirklichkeit zu konstruieren versuchen und uns danach sehnen und uns dagegen sträuben, durch den Text gelenkt zu werden. «Aufzeichnungen», der Untertitel seines jüngsten Buches «Das Fenster in der Luft», ist doppelt zu verstehen: Nicht nur um Notizen geht es darin, sondern auch um Entwürfe.

Aus: Bruno Steiger. Das Fenster in der Luft. Engeler Verlag, 2008

Bei seinen ersten Auftritten fühlte sich der Sänger Polo Hofer «wie ein Clown». Er sei, ist des weiteren zu lesen, erst zurande gekommen mit der Bühnensituation, als ihm die Vorstellung möglich wurde, auch das Publikum bestehe nur aus Clowns.
Könnte heissen: Man hat - auch und gerade als Einzling - keine andere Chance, als die Rolle des Mitmenschen zu übernehmen ... und darzustellen: so glaubhaft, wie es einem möglich ist.
Wer das nicht hinkriegt, ist vielleicht tatsächlich nur ein Mensch.


Sa, 23.05.09, 11:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Martin Zingg
1998

Der vierte Spiegel

Residenz Verlag, 1998

Aus: Bruno Steiger. Der vierte Spiegel. Residenz Verlag, 1998

Nimm deinen Hut, und geh nach Hause!
Lange war dies die Weisung der Stunde; nie
habe ich ihr folgen mögen. Wer wagt es
schon, den Abschied bis zu sich zu denken!
So bin ich denn geblieben, dageblieben.
Abgeschnitten von der Ordnung der Gezei-
ten und der schwingenden Lampions, zwi-
schen den Füssen das Reiseradio mit den
Mittagsnachrichten, ist mir aber doch ein-
sichtig geworden, dass nur ein Name wie
meiner aufrücken konnte in diese verborgene Architektur einer Landschaft, von der ich noch immer nicht weiss, ob ich sie wirklich gesehen, gelesen habe, ob sie mich gelesen hat. Auch sie fällt von mir ab, indes ich noch einmal nachrücke, das durchstossend, was ich Ereignis genannt habe in jenem Sommer im Zelt, der mein letzter belgischer gewesen sein wird. Ich will diesen Luxus des Lebens unter freiem Himmel geduldig und ohne Groll in seine wahre Bedeutung einweisen, ein ungestümeres Warten als meins vermag ich in der Geste nicht zu erkennen. Ich warte, ich sinke. Ich werfe meinen Schatten über die mir gegebene Frist, in der ich alle Trugbilder dieses Sommers noch einmal verneinen will auf begrenztem Raum und vollkommen unbewegt und trockenen Augs. Und einen eigenen Hut, auch das ist wahr, habe ich mein Lebtag nicht besessen.


So, 24.05.98, 12:00

Lesung
Landhaus, Landhaussaal
Moderation: Christine Tresch
1990

Aus: Schweizernotiz, undatiert

Start der Hagelschnüre. Immer stimmt der Weg um die Ritzen, Ecken, Pfützen. Kleinlings Gehen im Winter durch Regen und Geruch stimmt. Geht ein Flur zu? Sorgt vorgestern ein Sternstapel? Standen Verse in fernen Einheiten? ((War das Mass voll?))
Die Spitze des Tages bettelt süsses Zügeln um Stand. Süsse Verpflichtung faucht immer und stimmt, über einem flugunfähigen Lineal schauen Perlen auf; eine glanzlose Hülle. Ein Herz und seine Hülle. Beispiel: Das Licht ist ebenso ein Lispeln flatternden Verschlingens; und: Taglich oder nächtlich vier Bögen. Abgeschwächt nennt das Abwechslung ZUSTIMMUNG, gestattet sich süsse Flucht auf allen vieren, nennt das DIE ABWECHSLUNG (Mutterknilchschleife).

 

Fr, 25.05.90, 14:00

Lesung
Landhaus, Gemeinderatssaal
Moderation: Ursula Dubois-Riesen
1986

Gurdjeffs Argument

1985

Aus: Bruno Steiger. Gurdjeffs Argument. 1985

'Elementarmathematik', sagte Swedenborg.

Sa, 10.05.86, 10:00

Lesung
Kreuzsaal
de/it
1982
 

So, 23.05.82, 09:30

Lesung
Landhaus, Säulenhalle