Von Freitag bis Sonntag wurden gut 12'000 Eintritte verzeichnet

Mit stehenden Ovationen für den Literaturwissenschaftler Peter von Matt, der 75 wurde, und für die scheidende Geschäftsleiterin Vrony Jaeggi haben am Sonntag die 34. Solothurner Literaturtage geendet. Wie im Rekordjahr 2011 wurden gut 12'000 Eintritte gezählt. Das Leitthema der Solothurner Literaturtage war die Inspiration, also die Quelle des literarischen Schaffens. Mehr


Solothurner Literaturtage 2012: Der Blog

Giuseppe Sofo, Michael Guggenheimer, Aude Seigne.

Bis zum 26. Mai 2012 schreiben drei Beobachter laufend über die Solothurner Literaturtage, berichten über das Geschehen hinter den Kulissen und in den Sälen, auf der Gasse zwischen Landhaus und Kreuz, in der Buchhandlung im Jura-Saal und über die Verlagsstände im Park Besenval, über Preisverleihungen und Autorentreffen. Wer liest, kann reagieren, der Blog bietet die Möglichkeit an, eigene Beobachtungen einzufügen.

Und wie es sich für Solothurn gehört: Der Blog wird mehrsprachig geführt. Aude Seigne meldet sich in französischer Sprache, Giuseppe Sofo in Italienisch, Michael Guggenheimer besorgt die deutschsprachigen Beiträge.

 



34 Jahre lang «Herz und Hirn» der Solothurner Literaturtage

Vrony Jaeggi

Sie ist seit der Gründung dabei, Vrony Jaeggi, Geschäftsleiterin der Solothurner Literaturtage. Nach Ablauf der 34. Ausgabe tritt sie auf Ende Juni 2012 von ihrem Posten zurück und überlässt Bettina Spoerri das Feld. Nun hält die 66-jährige als «Herz und Hirn» der Solothurner Literaturtage Rückschau auf ihr 34-jähriges Engagement. Im Interview mit der Berner Zeitung erzählt sie, wie alles angefangen hat, weshalb sie so lange durchgehalten hat.  Mehr


Auch 2012 ein Thema: das Übersetzen literarischer Werke

Das Übersetzen ist auch in diesem Jahr ein Thema: Übersetzerinnen und Übersetzer werden sich im Landhaus-Foyer bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen lassen. Und es gibt drei Übersetzungs-Ateliers mit Jean-Luc Benoziglio, Douna Loup und Pedro Lenz. Mehr


JuKiLi-Programm für Kinder und Jugendliche

Das diesjährige JuKiLi-Programm für Kinder und Jugendliche ab 7 Jahren bietet am Freitag, 18. Mai, sechzehn Veranstaltungen mit sieben AutorInnen : Regina Dürig, Franz Hohler, Gebrüder Frei mit Icon Poet, Rolf Lappert, Veronika Medici mit Bilder Bühne, Lorenz Pauli und Brigitte Schär, siehe Flyer.


Poesie an den 34. Solothurner Literaturtagen

Von Philippe Jaccottet mit dem Musiker Ben Jeger, Franz Hohler, Franz Dodel, Lisa Elsässer, Jürg Halter, Shuntarô Tanikawa (Japan), Spoken word-Veranstaltungen, Fabio Contestabile, Franco Facchini, (italienisch), Angelia Maria Schwaller. Weiter


Annette Pehnt erhält Solothurner Literaturpreis

Annette Pehnt
Annette Pehnt

Annette Pehnt, bereits 2008 Gast an den Solothurner Literaturtagen, erhält den mit 20'000 Franken dotierten Solothurner Literaturpreis. Der gebürtigen Kölnerin wird der Preis am 20. Mai im Rahmen der 34. Solothurner Literaturtage verliehen. Weiter


Offener Bücherschrank - bald auch in Solothurn

Der Offene Bücherschrank war ein Magnet an den Literaturtagen 2011. Viele Bücherfreunde begeisterten sich für die Idee, dass Leserinnen und Leser einfach Bücher ausleihen und zurückbringen können, wann immer sie möchten.

300 bis 500 Bücher soll der solide, wetterfeste Stahlblech-Schrank beherbergen, ein beachtlicher Vorrat ist schon auf der sicheren Seite. Gestaltet und gebaut wird die literarische Nische voraussichtlich von Stahlbauer und «Raumformer» Toni Kaufmann. Als idealer Standort konnte das Projektteam mit den städtischen Behörden den Kreuzackerplatz ausmachen. Der Sockel des Schranks soll nicht einbetoniert, sondern mit Ösen am Boden fixiert werden, so dass er im Fall einer Neugestaltung umplatziert werden kann.

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Maja Beutler

Celli und Gamben hängen an der Wand, die Wintersonne bricht durch die riesigen Fenster und gibt der Gästeschar die Sicht frei auf Auckland, von Waitemata Harbour bis hin zur City, die neuerdings überragt wird vom protzigen Sky Tower.
Hätten uns fragen dürfen, brummt Alfons, das Ding ruiniert unsere Aussicht.
Prost. Marie hebt ihr Glas, stützt sich gegen den Türpfosten und beginnt ohne Aufhebens eine kleine Rede, Marie betrachtet ihr Leben, wie ein Präparat unterm Mikroskop: Die ersten sieben Jahre in Neuseeland habe sie allein gelebt, Alfons sei ja bei Kriegsausbruch in England stecken geblieben. Diese Jahre, wo sie als Cellistin bald hier, bald dort placiert worden sei, sagt Marie, trage sie im Gedächtnis als eine nie abreissende Kette sonniger Ferientage, alles unernst, undeutsch zumindest, sie habe sich kneifen müssen, um sicher zu sein, dass sie wach sei. Aber letztes Jahr habe sie die eigenen Tagebücher wieder gefunden, da stehe das exakte Gegenteil beschrieben: eine nie abreissende Kette schwarzer Tage, voll Verlorenheit und Verlust, voll Angst um die Eltern in Berlin, von denen keine Nachricht mehr kam.
Die weisshaarige Marie in ihrem bodenlangen Indienkleid lehnt im Türrahmen und staunt. Sie vermöge sich nicht zu erklären wie die menschliche Natur fähig sei, gleichzeitig zwei völlig gegensätzliche Emotionen zu empfinden. Mit einer Handbewegung scheucht Marie den Widerspruch weg: Ein zu weites Feld, jedenfalls gibt es gute Erinnerungen ... o ja, Alfons und ich sind zu Hause in Neuseeland.

(Unveröffentlicht)