

Peter Bichsel: Preis für Lebenswerk
Lebenswerk, das sei so ein grosses Wort, so die Reaktion von Peter Bichsel im «Kulturplatz» auf die anstehende Auszeichnung. Denn der Schweizer Schriftsteller erhält an den Solothurner Literaturtagen den Grossen Schillerpreis, der letztmals verliehen wird.
«Es ist schwierig, ich weiss es nicht, es ist mir nicht ganz wohl dabei.» Bichsel ringt um Worte, als er ausdrücken soll, was diese Auszeichnung für ihn bedeutet. Dann bricht es aus ihm heraus: «Ich hasse den Wettbewerb, jede Form von Wettbewerb», sagt er kopfschüttelnd zu SF-Kulturredaktorin Uta Kenter. Heute 16 Uhr findet die Preisverleihung im Rahmen der Solothurner Literaturtage statt.

Literaturtage-Vorabendprogramm 17. Mai (Auffahrt):
14.00 Vernissage Ausstellung Jaqueline Merz in der Galerie ArteSol
14.05 Reportage mit Rudolph Jula. Luzia Stettler hat eine Reportage für DRS 1 mit Rudolph Jula über Damaskus/Syrien gemacht – die Sendung wird um 14.05 Uhr - als Auftakt zu den Solothurner Literaturtagen ausgestrahlt.
15.00 Besuch der Ausstellung “Wortfluss Solothurn” von Blanc de Titane im Künstlerhaus s11
16.00 Schillerpreis-Verleihung im Landhaussaal in allen Landessprachen, anschl. Apéro im Park Besenval

Sie ist seit der Gründung dabei, Vrony Jaeggi, Geschäftsleiterin der Solothurner Literaturtage. Nach Ablauf der 34. Ausgabe tritt sie auf Ende Juni 2012 von ihrem Posten zurück und überlässt Bettina Spoerri das Feld. Nun hält die 66-jährige als «Herz und Hirn» der Solothurner Literaturtage Rückschau auf ihr 34-jähriges Engagement. Im Interview mit der Berner Zeitung erzählt sie, wie alles angefangen hat, weshalb sie so lange durchgehalten hat. Mehr

Bis zum 26. Mai 2012 schreiben drei Beobachter laufend über die Solothurner Literaturtage, berichten über das Geschehen hinter den Kulissen und in den Sälen, auf der Gasse zwischen Landhaus und Kreuz, in der Buchhandlung im Jura-Saal und über die Verlagsstände im Park Besenval, über Preisverleihungen und Autorentreffen. Wer liest, kann reagieren, der Blog bietet die Möglichkeit an, eigene Beobachtungen einzufügen.
Und wie es sich für Solothurn gehört: Der Blog wird mehrsprachig geführt. Aude Seigne meldet sich in französischer Sprache, Giuseppe Sofo in Italienisch, Michael Guggenheimer besorgt die deutschsprachigen Beiträge.

Flaschenpost, Worte im Wind, Landschaften aus Weiss im Künstlerhaus S11. Mehr
Das Übersetzen ist auch in diesem Jahr ein Thema: Übersetzerinnen und Übersetzer werden sich im Landhaus-Foyer bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen lassen. Und es gibt drei Übersetzungs-Ateliers mit Jean-Luc Benoziglio, Douna Loup und Pedro Lenz. Mehr
Das diesjährige JuKiLi-Programm für Kinder und Jugendliche ab 7 Jahren bietet am Freitag, 18. Mai, sechzehn Veranstaltungen mit sieben AutorInnen : Regina Dürig, Franz Hohler, Gebrüder Frei mit Icon Poet, Rolf Lappert, Veronika Medici mit Bilder Bühne, Lorenz Pauli und Brigitte Schär, siehe Flyer.
Von Philippe Jaccottet mit dem Musiker Ben Jeger, Franz Hohler, Franz Dodel, Lisa Elsässer, Jürg Halter, Shuntarô Tanikawa (Japan), Spoken word-Veranstaltungen, Fabio Contestabile, Franco Facchini, (italienisch), Angelia Maria Schwaller. Weiter

Die Schweizerische Schillerstiftung verleiht die Grossen Schillerpreise 2012 in Höhe von je 30'000 Franken an Peter Bichsel und Giovanni Orelli. Weitere Preise gehen an Felix Philipp Ingold, Nicolas Verdan, Pietro Montorfani und Jens Steiner. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der 34. Solothurner Literaturtage statt. Weiter
Der Offene Bücherschrank war ein Magnet an den Literaturtagen 2011. Viele Bücherfreunde begeisterten sich für die Idee, dass Leserinnen und Leser einfach Bücher ausleihen und zurückbringen können, wann immer sie möchten.
300 bis 500 Bücher soll der solide, wetterfeste Stahlblech-Schrank beherbergen, ein beachtlicher Vorrat ist schon auf der sicheren Seite. Gestaltet und gebaut wird die literarische Nische voraussichtlich von Stahlbauer und «Raumformer» Toni Kaufmann. Als idealer Standort konnte das Projektteam mit den städtischen Behörden den Kreuzackerplatz ausmachen. Der Sockel des Schranks soll nicht einbetoniert, sondern mit Ösen am Boden fixiert werden, so dass er im Fall einer Neugestaltung umplatziert werden kann.
Es dauerte etwas mehr als einen halben Tag und eine ganze Nacht, bis Roman Trösch dank Wellauers speziellen Befugnissen auf erste Spuren einer internen Ermittlung stiess. Danach dauerte es nur noch Stunden, bis er sich ein mehr oder weniger komplettes Bild zusammengesetzt hatte. Plötzlich verstand er, welche Interessen im Hintergrund standen, und jäh taten sich vor ihm die Zusammenhänge auf, die er so lange übersehen hatte. Moor. Der Brand. Die unaufgeklärten Fälle. Teilchen um Teilchen fügte sich das Bild zusammen, selbst wenn vieles unklar blieb. Doch eines war klar: Ein alles verzehrendes Feuer, das sich am Dreck unter den Teppichen nährte, war ausgebrochen. Die Situation war kurz davor, vollends zu eskalieren, und es bestand kein Zweifel darüber, dass hier nichts mehr aufzuhalten war. Es war ganz eindeutig, irgendjemand hatte ein handfestes Interesse daran, dass sich die Dinge so entwickelten, wie das zur Zeit der Fall war, doch Trösch hatte keine Ahnung, wer das sein könnte. Oder wo das Motiv liegen mochte. Ging es womöglich gar nicht darum, etwas herauszufinden? Was hatte Wellauer gesagt? Nicht all Hunde bräuchten geweckt zu werden. Wusste der Kripochef etwa mehr, als er vorgab? Oder hatte er per Zufall den Nagel auf den Kopf getroffen? Trösch hielt verschiedene Fäden in der Hand, deren lose Enden sich plötzlich zu einem einzigen Strang zu verknüpfen begannen. Und dieser Strang führte ins Innerste, direkt ins Zentrum. Eine Sekunde lang erwog Trösch, sofort zum Telefon zu greifen und eine hastige Warnung auszusprechen, doch dann erkannte er, dass es zu spät war. Es war sogar zu spät, sich selbst zu retten. Entsetzen packte den Kommissar, als ihm eine schreckliche Tatsache bewusst wurde. Er, Roman Trösch, wusste bereits viel zu viel.
(Aus: Falsche Freunde)
Plakat 2012, Nora Fluri und Alice Kolb, Bern
Die 34. Literaturtage finden statt vom 18. bis 20. Mai 2012, wie immer am Auffahrts-
wochenende.
OpenNet, der tradi-
tionelle Schreibwettbe-
werb der Solothurner Literaturtage