
Ach, dieser Wilhelm', hörte Walter seine Mutter seufzen. 'Spaziert unter dem Hut eines Landvogts vorbei, als wärs ein Baum auf dem Feld. Immer gerät er in Schwierigkeiten, immer ist er ausgerechnet da, wo eine Gefahr droht. Und wenn er dann festsitzt, macht er ein verdutztes Gesicht und sagt: 'Himmelherrgottdonnerwetter'. Sie nahm die Schürze vor die Augen und zerknüllte sie mit beiden Händen. Sie schluchzte einmal laut auf. Dann wischte sie sich die Nase ab und sagte: 'Ich habe genug. Letzten Herbst, beim Roden in der Oberen Egg, hat ihn ein Baum beinahe erschlagen.'
'Beinahe!' Martha versuchte zu beruhigen, ihre Stimme klang aber hart.
Walter, der beim Holzen dabei gewesen war, schmunzelte kurz. Zu mehr kam er nicht, solange er ass. Doch erinnern konnte er sich auch mit vollem Mund: Vater hatte vor lauter Schreck nur 'Donnerwetter' herausgebracht, als der Baum dicht neben ihm aufschlug. Wirklich gefährlich war es vermutlich dann, wenn er bloss noch 'Wetter' sagen konnte.
(Aus: Die Geschichte von Wilhelm Tell)
Plakat 2011 gestaltet von Reto Wahlen, Solothurn
New Swiss Writing 2011 enthält 39 Texte in der Originalsprache und in englischer Übersetzung.
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