Kathrin Schärer

An einem Ort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, sitzt ein kleiner Hase auf einem Hügel und fi ndet den Heimweg nicht mehr. Da kommt auch schon der Fuchs angeschlichen und sperrt sein großes Maul auf. «HALT! NICHT FRESSEN!», ruft der kleine Hase. Weißt du nicht, dass das hier ein Ort ist, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen?» «Gute Nacht!», sagt der Fuchs und sperrt sein großes Maul auf. «HALT! NICHT FRESSEN! Zum Gute-Nacht-Sagen gehört eine Gute-Nacht-Geschichte.» Der Fuchs denkt nach und beginnt zu erzählen. «An einem Ort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, sitzt ein kleiner, frecher Hase auf einem Hügel, und aus dem Wald kommt ein hungriger Fuchs angeschlichen. Der Fuchs sagt dem Hasen Gute Nacht und erzählt ihm eine Gute-Nacht-Geschichte von einem Ort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen. Dann frisst er ihn auf», erzählt der Fuchs und sperrt sein großes Maul auf. «HALT! NICHT FRESSEN! Nach einer Gute-Nacht-Geschichte muss man mich ins Bett bringen», sagt der kleine Hase, «zu mir nach Hause.» «Fein», denkt sich der Fuchs und riecht den Braten schon: «Das gibt einen dreifachen Hasenschmaus: Hasenmama, Hasenpapa und ein zartes Hasenkind!» Schnell erschnüffelt er sich den Weg zum Hasenbau. «Da ist ja niemand zu Hause! Mama und Papa sind bestimmt auf der Suche nach ihrem Hasenkind», sagt der Fuchs. «Aber das verschwindet jetzt in meinem Bauch.»

(Aus: Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen)