Martin R. Dean

In der Nacht träume ich, mit Ray in einer grossen, sonnendurchfluteten Wohnung zu sein. Er trägt einen Massanzug und hantiert mit wertvollen Gegenständen – ich sehe undeutlich goldene Aschenbecher oder Schüsseln oder Tröge wie Sonnen. Er zieht mich zum Spülstein, wo er den linken Ärmel seines Anzugs zurückkrempelt, bis ein Armstummel ohne Hand zum Vorschein kommt. Ich helfe ihm, den Armstummel unters kalte Wasser zu halten, um ihn zu reinigen. Ein Fetzen Haut löst sich vom Stummel und bleibt im Spültrog kleben. Trotz dieses Anblicks bin ich guter Dinge, da wir nun endlich über seinen Armstummel würden reden können. Da ich weiss, dass unser Thema die fehlende Hand sein wird, schiebe ich das Gespräch hinaus, bis wir mit der Waschung zuende sind. Als er dann endlich zum Reden ansetzt, erwache ich.

(Aus: Meine Väter)