Gewinnerinnen und Gewinner 2017

Seit 2001 wird jährlich der OpenNet-Schreibwettbewerb für Nachwuchsautorinnen und –autoren ausgeschrieben. Als Preis erhalten die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren eine Einladung an die Solothurner Literaturtage, wo sie ihren Text vor dem Publikum präsentieren (Bekanntgabe Programm: 25. April 2017). Zudem erhält jeder und jede AutorIn eines ausgezeichneten Textes ein professionelles Lektorat. Dieses Jahr wurden 140 deutschsprachige, 20 französischsprachige, 5 italienischsprachige und 2 rätoromanische Texte eingereicht, aus denen die Jury einen französischen und zwei deutsche Beiträge ausgewählt hat. Herzliche Gratulation!

Die Jury 2017: Birgit Fritsch Baur (de), Simon Deckert (de), Nicolas Couchepin (fr), Daniele Cuffaro (it), Susanne Schenzle (de), Bettina Vital (rm)

Die Gewinnerinnen und Gewinner 2017:

Daniela Bär

Geboren 1989, hat in Zurich Germanistik, Fotografiegeschichte und Soziologie und Kulturpublizistik studiert. Als freischaffende Autorin schreibt sie Reportagen, Essays und literarische Kurzformen. In ihrem Text Piemontessen feiert eine in der Schweiz lebende Familie in Italien mit der ganzen Verwandtschaft Silvester. Am Beispiel des üppigen Mahls bildet die Schreibende aus der Sicht einer Tochter die Missverständnisse und Generationenunterschiede einer Familie aus zwei Ländern subtil ab und erzählt eine Geschichte des Zusammenlebens.

Piemontessen

Michael Facchin

Michael Facchin, né en 1981. Après un apprentissage de mécanicien-électricien, il suit des études à l’école cantonale d’art de Lausanne (ECAL). Il travaille comme éducateur, donne des cours de scénario, fait partie du collectif lausannois 16Pounds et suit un master en enseignement des arts visuels. Opérer (la peau) projette le lecteur dans l’étrange relation d’un père tatoueur et de son fils, son cahier d’étude ; la passivité pragmatique du fils fait contrepoint à la jovialité menaçante du père. Sous prétexte de raconter des fragments de la vie du fils, l’auteur interroge la solitude et la mort dans un texte magnifique au goût curieusement métallique.

Opérer (la peau)

Johanna Veszeli

Geboren 1996 in Basel. Studiert am schweizerischen Literaturinstitut in Biel, wo sie mit verschiedenen Textarten experimentiert. In ihrem Text Schwimmhäute spricht ein junger Mensch, der versucht, das Verschwinden seiner Freundin Tine zu begreifen. Die Polizei vermutet, dass das Mädchen ertrunken ist. Die Erzählstimme ordnet Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit der Freundin und findet Trost in den Parallelen zwischen Tines Lebensumständen und einer alten Legende.

Schwimmhäute