Die Solothurner Literaturtage

Otto F. Walter, 1986

In den vergangenen einunddreissig Jahren stellten die Solothurner Literaturtage über tausend verschiedene Autorinnen und Autoren und deren Werk vor: 768 aus der Schweiz, viele davon mehrmals (549 deutscher, 143 französischer, 46 italienischer und 30 rätoromanischer Sprache) und 296 aus dem Ausland – darunter die sechs Nobelpreisträger John M. Coetzee (2006, NP 2003), Günter Grass (1998, NP 1999), Imre Kertész (1995, NP 2002), Herta Müller (1988, 1998, NP 2009), Claude Simon (1995, NP 1985), Wole Soyinka (1996, NP 1986).

Die Solothurner Literaturtage, gegründet 1978, sind ein Forum für das aktuelle Literaturschaffen in der Schweiz. Neue literarische Arbeiten sollen Kontakte zwischen Schreibenden aus allen vier Sprachregionen und Publikum sowie Medien und Verlegern herstellen.
Die Solothurner Literaturtage sind der Ort geworden, wo sich die Schweizer Autoren und Autorinnen einmal jährlich treffen, um persönliche und fachliche Gespräche zu führen, an denen sich auch das Publikum beteiligen soll.

«Distanz, Befremden, Stummheit, gegenüber dem Literaturbetrieb können damit abgebaut werden. Indem Literatur so ins öffentliche Gespräch eingreift und umgekehrt sich diesem aussetzt, kann der gesellschaftliche Zusammenhang bewusst werden, in dem sie steht und für den sie wirkt.»
Otto F. Walter

Die Autorinnen und Autoren sind in der Gestaltung ihrer Darbietung frei. Neben Lesungen (jeweils 30 Minuten mit anschliessender Diskussion) finden auch andere Veranstaltungen statt: Podiumsgespräche zu literarischen Themen, literaturbezogene Ausstellungen und Filme, musikalische und szenische Darstellungen, Workshops, Übersetzungsateliers und Veranstaltungen in Schulen.

War während der ersten Jahre jeweils ein ausländischer Autor zu Gast, lädt die (alle zwei Jahre wechselnde) Programmkommission seit 1992 vermehrt Schreibende aus aller Welt ein. Heute ist die Auseinandersetzung mit ausländischem Literaturschaffen ein fester Bestandteil der Solothurner Literaturtage geworden und aus dem Programm nicht mehr wegzudenken.

Ferner hat jedermann Gelegenheit, einen eigenen Text einzusenden. Informationen dazu unter «OPENNET»