

Dankesrede zur Hommage für seinen 75. Geburtstag an den Solothurner Literaturtagen 1986
Zum 100. Geburtstag von Max Frisch (1911–1991) am 15. Mai 2011 geben die Solothurner Literaturtage gemeinsam mit Insertfilm eine Doppel-DVD heraus mit der Aufzeichnung der Hommage und der Rede von Max Frisch. An den diesjährigen Literaturtagen ist die Aufzeichnung im Uferbau in Solothurn zu sehen. Die DVD kann an den Solothurner Literaturtagen im Landhaus oder im Wengisaal bei der Buchhandlung Lüthy für Fr. 25,- bezogen werden.
«Wenn ich zum Frühstück in den bürgerlichen Zeitungen blättere (andere gibt's in meinem Café nicht, auch nicht am nächsten oder übernächsten Kiosk), und wenn ich zum Feierabend auch noch fernsehe von Kanal zu Kanal, so bleibt kein Zweifel daran, dass die Aufklärung, das abendländische Wagnis der Moderne, weitherum gescheitert
ist. »
(Ausschnitt aus Frischs Rede)
Schon der Auftakt dieser Hommage war eindrücklich, hatten sich doch 3 Autorinnen und 11 Autoren bereit erklärt, die ihnen liebsten Passagen aus dem Werk von Max Frisch vorzustellen. Nach einer Einführung von Peter von Matt in das Schaffen von Max Frisch, der «das Bild des Schriftstellers durch sein Wirken neu geprägt und ihm härtere Kanten gegeben hat», lasen Peter Bichsel aus «Bin oder die Reise nach Peking», Fritz H. Dinkelmann, Jürg Federspiel, Reto Hänny, Rolf Niederhauser und Adolf Muschg aus den Tagebüchern, Monique Laederach aus «Mein Name sei Gantenbein», Kurt Marti und Niklaus Meienberg aus «Stiller», Paul Nizon aus «Homo Faber», Alexandre Voisard aus «Dienstbüchlein» sowie Erica Pedretti, Jörg Steiner und Otto F. Walter aus «Der Mensch erscheint im Holozän». Allein schon diese Kurzauftritte von 14 Autorinnen und Autoren zu Ehren ihres Kollegen machen die Filmaufzeichnung der Insertfilm zu einem sehenswerten Dokument der Schweizer Literaturszene vor 25 Jahren.
Höhepunkt dieser weitum beachteten Veranstaltung der 8. Solothurner Literaturtage aber war natürlich die Rede des Geehrten selbst zum Thema «Das Ende der Aufklärung». Von heute wieder geradezu brennender Aktualität ist Frischs Mahnung zur Solidarität mit jenen Menschen, die Widerstand leisten und sich einsetzen für ein lebbares Zusammenleben von mündigen Menschen: «Ein Aufruf zur Hoffnung ist heute ein Aufruf zum Widerstand».
Die 1986 anlässlich der 8. Solothurner Literaturtage realisierten Videoaufnahmen konnten im Rahmen des Memoriav-Projekts IMVOCS - Stimmen und Bilder der Schweizer Kultur - erhalten und wieder zugänglich gemacht werden. www.imvocs.ch
| Vorführung im Uferbau am Freitag und Samstag | Flyer als pdf zum Download |
http://wn.com/Max_Frisch_Am_Ende_der_Aufkl%C3%A4rung_steht_das_goldene_Kalb_1
Die Gewinner des OpenNet 2013, des traditionellen Schreibwettbewerbs der Solothurner Literaturtage, sind bekannt.
Die 36. Solothurner Literaturtage finden statt vom
30. Mai – 1. Juni 2014.
Zum Programm der: 35. Solothurner Literaturtage 2013

Hier finden Sie die Literaturtermine 2013.
Das Plakat 2013, gestaltet von Blanc de Titane, Zürich