Wolfgang Bortlik

Das Messer hängt schwer in seiner Jackentasche. Grell wird die Klinge hervorblitzen, wenn er zusticht. Aber nicht jetzt! Nicht hier im Warenhaus.
Er spürt die Blicke der Verkäuferinnen auf sich. Er atmet so laut, dass er denkt, dass hinter ihm einer steht. Er hat falsch überlegt, der verhinderte Herrenabteilungs-Mörder. Ein harter Klumpen in seinem Magen wächst.
Er folgt dem Anderen aus dem Geschäft, in die kleine Gasse dahinter. Blinder Zorn führt seine Schritte. Da hat er das Messer in der Hand. Die Klinge springt vor. Sie dringt in das Fleisch ein. Bis zum Griff. In seinen Ohren rauscht es. Er biegt um zwei Ecken und steht in der Fussgängerzone. Menschen umgeben ihn mit ihren warmen Körpern wie ein Schutzschild.


(Aus: Ambrosia, Roman-Manuskript)