
geboren 1947, lebt als Illustrator, Maler und Dozent in Zürich
Wenn aus Bergen Meere werden und aus Wellen Hügel, wenn Wolken und Wasser zu beweglichen Landlandschaften verschmelzen, zu abgründigen Seelenlandschaften werden, dann ist Hannes Binder am Werk. Mit Federmesser und schwarzem Schabkarton verwandelt er die Welt, die er sieht – und er sieht genau hin – in lebendige Bilder, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Oft geht es dramatisch zu, wie in einem spannenden Film – in den „Schwarzen Brüdern“ nach Lisa Tetzner zum Beispiel– und oft ist das Tempo rasant, etwa in „Kunos grosse Fahrt“, dem Bilderbuch, das zusammen mit Klaus Merz entstanden ist. Als Betrachter hat man das Gefühl, zusammen mit Kuno auf seinem Kickboard zu stehen und rund um die Erdkugel zu rasen.
Seit fast einer Woche ist Annika krank.
„Krank ist jeder mal”, sagt Tante Billa.
„Unkraut vergeht nicht.” Sie hat sich auf den Boden neben das Sofa gekniet und macht Annika Mut. Tante Billa ist gut im Mutmachen. Sie hat nicht so besorgte Augen wie Mama, wenn sie die kranke Annika anschaut, und sie legt Annika auch nicht seufzend die Hand auf die Stirn wie Papa, und sie zupft nicht an ihr herum wie ihre Schwester Luise.
„Ich bin kein Unkraut”, murmelt Annika.
(Aus: Annika und die geheimnisvollenFreunde)
Der kleine Herr Jakobi (Piper 2005); Rabea und Marili. Illustriert von Jutta Bauer (Carlsen 2006); Herr Jakobi und die Dinge des Lebens. Illustriert von Jutta Bauer (Piper 2007); Annika und die geheimnisvollen Freunde. Illustriert von Sabine Büchner (Carlsen2007) H. Binder nach Lisa Tetzner, Die Schwarzen Brüder (Sauerländer 2002); Bilder zu: Anita Siegfried, Flug in die Nacht (Sauerländer 2005); Bilder zu: Klaus Merz, Kunos Fahrt (NordSüd 2005); Bilder zu: Regine Schindler, Die 10 Gebote (Patmos); Bilder zu: Meinrad Lienert, Sagen und Legenden der Schweiz (Nagel & Kimche 2006); Hannes Binder, Der Venediger (Limmat 2007); Bilder zu: Franco Supino, Die Wilderer der Maremma (SJW-Heft Nr. 2261) Bild: Titelseite, Franco Supino „Die Wilderer der Maremma”

Plakat 2012, Nora Fluri und Alice Kolb, Bern
Die 34. Literaturtage finden statt vom 18. bis 20. Mai 2012, wie immer am Auffahrts-
wochenende.
OpenNet, der tradi-
tionelle Schreibwettbe-
werb der Solothurner Literaturtage