Solothurner Literaturtage 2011

Drei Tage im Jahr unmittelbar nach Auffahrt ist Solothurn der literarische Treffpunkt der Schweiz. Neue Romane und Erzählungen, Gedichte und Essays aus allen vier Sprachregionen werden dann vor Publikum vorgetragen. Solothurn ist der Ort, an dem die Werkschau des literarischen Schaffens der Schweiz vorgestelltwird.

Solothurn will aber jedes Jahr auch den Blick über die Landesgrenzen ermöglichen. Dieses Jahr gilt ein Schwerpunkt dem Erzählen des in der Schweiz zu wenig bekannten Nachbarn Österreich: Mehrere österreichische Autorinnen und Autoren sowie ein Autor aus dem Südtirol geben Einblick in ihr Werk und stellen sich in Gesprächen der Diskussion. Der Blick über die Grenzen gilt auch Schreibenden aus Deutschland, Holland, Polen, Frankreich, Italien, USA, Senegal und aus der Ukraine, sowie Autoren, die im Ausland aufgewachsen sind und heute in der Schweiz leben und hier das literarische Themenspektrum bereichern. Umgekehrt werden zwei Schweizer Autorinnen, die im Ausland leben und ihre Romane in einer neu angeeigneten Sprache schreiben, über ihren Weg berichten. Und weil das Übersetzen literarischer Texte Reisen in fremde Erzählwelten erst erlaubt, ist es wieder möglich, dem Handwerk des Übersetzens in Workshops und in Kontakt mit Autorinnen und Übersetzerinnen von nahem zu folgen.

Unübersetzbar ist wohl die Mundart; sie findet auchgerade deshalb in Solothurn ihren Ort und ihr Publikum. Das Thema «Fakt & Fiktion» zieht sich dieses Jahr als Motto durch das Programm der Literaturtage und bietet Anlass für eine Grundsatzdiskussion zum Schluss der drei intensiven Lesetage. Grenzgänge zwischen recherchierter Realität und phantasierter Erzählung bereichern das Programm ebenso wie Familiengeschichten, historische Stoffe und dokumentarische Romane. Und gleich mehrfach werden Vertonungen von lyrischen Werken zu hören sein. Autorinnen und Autoren schreiben nicht nur, sie lesen auch. Neu in diesem Jahr: eine Autorin und zwei Autoren berichten über ihre Lektüren und Lesegewohnheiten.

Mehrere Ausstellungen, die Literatur und bildende Kunst einander näher bringen, vervollständigen das diesjährige Programm. Und wie immer gilt: In Solothurn kann man Autorinnen und Autoren in persönlichen Gesprächen in den Veranstaltungsräumen des Landhauses, in der Literaturtage-Buchhandlung im Jurasaal, an den Ständen der Verlage im Besenvalgarten sowie in den Restaurants und auf der Gasse vor dem Landhaus begegnen. Ein mehrsprachiger Blog im Internet begleitet die Literaturtage bereits zehn Tage vor Beginn der Lesungen bis nach den Literaturtagen. Drei Tage Literatur, über siebzig Autorinnen und Autoren, manche renommiert, andere mit ihren Erstlingswerken. Die Literaturtage wollen zum 33. Mal in Folge die Möglichkeit zu Entdeckungen geben!