Annette Pehnt erhält Solothurner Literaturpreis
mardi, 03. avril 2012 / 09:04 Uhr

Annette Pehnt erhält den mit 20'000 Franken dotierten Solothurner Literaturpreis. Der gebürtigen Kölnerin wird der Preis am 20. Mai im Rahmen der 34. Solothurner Literaturtage verliehen.



Annette Pehnt

Annette Pehnt las bereits 2008 an den Solothurner Literaturtagen. Die 1967 in Köln geborene und in Freiburg i.B. lebende Schriftstellerin erhält den Preis für ihre «hoch sensible Prosa, in der sie gesellschaftliches und familiäres Zusammenleben mit grosser Genauigkeit bis in seine feinsten Verästelungen auslotet», heisst es in der Jurybegründung.
Die Jury zeichnet eine Autorin aus, welche die Bruchstellen zwischen den Generationen und der Geschlechter erforscht und von subtilen Abhängigkeiten und seelischen Verletzungen erzählt. Träume von Geborgenheit und Glück stellt sie dem oft tragikomischen Scheitern und der Verzweiflung über schwindende Lebensmöglichkeiten entgegen. Hartnäckig, aber nie respektlos
leuchtet Annette Pehnt das Innere ihrer Figuren aus. So ist sie eine gleichermassen schonungslose wie mitfühlende Chronistin intimer Gefühle.
Annette Pehnts Werk umfasst bisher sechs Romane, einen Erzählband sowie vier Kinderbücher. Besonderes Aufsehen erregte 2007 der Roman Mobbing, der präzise und beklemmend vom seelischen Zerfallsprozess berichtet, welcher eine ganze Familie an den Rand des Abgrunds führt.
Dieses Frühjahr erschien Chronik der Nähe, das dichte Porträt von drei deutschen Frauengenerationen. Die Erzählerin versucht darin die Kindheit ihrer während der Nazizeit aufgewachsenen Mutter zu verstehen, die sich ihrerseits von ihrer Mutter im Stich gelassen fühlte.
Der Roman schildert die fehlende Nähe und Verbindlichkeit zwischen drei Frauen, die alle geprägt sind von den Umständen ihrer Zeit.
Die öffentliche Preisverleihung findet im Rahmen der 34. Solothurner Literaturtage am Sonntag, 20. Mai, um 17 Uhr im Landhaus Solothurn statt.



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